"Spreeboard" Am Spreebord

Steven Huth
(ao) Diese Gegend am Ortsausgang des Ortsteils Neu Zittau in Richtung Erkner ist einer der schönsten Plätze der Gemeinde Gosen-Neu Zittau. Gelegen direkt an der Spreebrücke kommt man über die Straße Am Spreebord zu Steven Huths „Spreeboard“, einem Kanu- und SUP-Board Verleih. Er erwarb vor einigen Jahre ein Grundstück an der Spree in unmittelbarer Nähe der Spreebrücke und hat neben der Sanierung eines Wohnhauses sein Gewerbe hier angemeldet. Der erfahrene Gastronom und gelernte Matrose der Binnenschifffahrt öffnet seit Juli dieses Jahres täglich von 12 bis 19 Uhr seinen Verleih.

Neben einem Holz-Pavillon stehen Liegestühle und Sonnenschirme einladend auf einer Grünfläche direkt am Ufer mit Blick auf die Spree. Ein Angebot, das sich unlängst die Gemeinde auf die Fahnen geschrieben hat zu unterstützen: Touristische Entwicklung. Diese ist noch rar im Ort vertreten und wurde in der Vergangenheit eher stiefmütterlich behandelt. Umso bemerkenswerter ist das Engagement von Steven Huth. Es stehen Kanadier und Kajaks, aber auch sogenannte „Stand-Up-Boards“ (SUP) zum Verleih bereit. Dazu verfügbar sind Neoprenanzüge, Schuhe und Lycras. Oft verliehen werden die SUP-Boards. „Es sieht schwerer aus, als es ist“, sagte Steven Huth neben den senkrecht in einer Halterung bereitstehenden Sportgeräten. Steven Huth ist ein Macher. Zuletzt Betreiber eines Cafés und einer Bar in der Köpenicker Altstadt, möchte der 42-Jährige nun den Ort etwas beleben.

Sodann erschienen die ersten Gäste des Tages. Eine Gruppe aus Berlin hatte sich für diesen Sonntag angemeldet, um mit den SUP-Boards auf dem Wasser stromaufwärts in Richtung Hangelsberg zu paddeln. Im stehen. Nach Einweisung zum Verwenden des Paddels und der Technik, um den besten Stand auf dem rund vier Meter langen Board zu erlangen, ging es auf die Spree. Ruhig und sanft gleiten die Boards über die spiegelglatte Wasseroberfläche bei strahlendem Sonnenschein. Schon bald sieht man nur noch kleine Umrisse der Gruppe im Schatten der hohen Uferbäume. Den Gästen macht es sichtlich Spaß. Während dessen genießen zwei Wanderer eine Tasse Kaffee im Liegestuhl. Man merkt ihnen an, wie erstaunt sie sind, nach derart langer Abstinenz solcherlei Angebot an diesem Ort vorfinden zu können. Nach einer Stunde kommen die Wassersportler begeistert zurück zum Steg. „Man sieht und hört hier Libellen und Tiere, die man sonst nicht wahrnehmen würde“, sagte eine Teilnehmerin begeistert. „Eine Libelle setzte sich auf die Spitze meines Boards und fuhr mit“. Der Verleih ist eine gute Gelegenheit für jedermann, sich sportlich zu betätigen. „Den Wassersport möchte ich zudem Kindern und Jugendlichen näher bringen“, sagte Steven Huth. Eine Zusammenarbeit mit Schulen und Vereinen ist vorgesehen. Die diesjährige Saison wird Ende September auslaufen. „Wir sind flexibel“, sagte Huth. „Wenn es regnet und jemand fahren möchte, kann man sich telefonisch melden“.

Die Spree gehört zu Neu Zittau. Die Einwohner des Spinnerdorfes mussten sich zum Ende des 18. Jahrhunderts infolge des Rückganges der Seidenindustrie eine einträchtigere Erwerbsquelle suchen. Die große Zeit der Schifffahrt begann. Da die Wasserstraße direkt am Ort vorbeiführte und die Spree damals mehr Wasser führte als heute, wurde aus dem Ort ein Schifferdorf. Bereits 1768 gab es sechs Schiffer, 1803 waren es 17 und zwischen 1850 und 1900 waren es mehr als 100. Sie zählte man zu den Güterschiffern. Es wurden Rüdersdorfer Kalksteine nach Berlin, oder Kohlen, Blei und Zink von Breslau nach Berlin transportiert. Durch die Schifffahrt kam Neu Zittau zu einigem Wohlstand und es wurden größere und schönere Häuser gebaut, von denen heute einige noch stehen. Ebenfalls der Spree sei Dank, gab es in unmittelbarer Nähe der Spreebrücke das „Volkshaus“. Es wurde bereits 1805 erstmals “Spreebordkrug” urkundlich erwähnt und existierte schon lange vor 1900 als Restaurant “Am Spreebord”. Um 1898 war Albert Post, etwa ab 1900 Wilhelm Gärisch Betreiber des Restaurants, das dann auch schon zum Spreeufer eine Terrassenanlage und Bootsanleger hatte. Bereits um 1910 ermöglichte ein befestigter Steg das Anlegen größerer Personenschiffe, wie der “Lydia” und des Motorbootes “Ernst”, die zwischen Erkner und Hohenbinde verkehrten; sowie 2x wöchentlich sogar ab Berlin.

Zurück zum heutigen Spreeufer in Neu Zittau: Güterschiffe dürfen hier schon lange nicht mehr entlang fahren, Motorboote ebenso und das „Volkshaus“ ist seit vielen Jahren geschlossen. Dennoch landen viele Paddler am Ufer an und freuen sich über Sitzgelegenheiten, Getränke, Limonade, Eis und Kaffee. „Oft wird gefragt, wo man denn hier sei“. Hier leistet Steven Huth Aufklärungsarbeit und freut sich über Gäste an seinem Refugium, einer Oase an der Spree in Neu Zittau. als “Spreebordkrug” urkundlich erwähnt und existierte schon lange vor 1900 als Restaurant “Am Spreebord”. Um 1898 war Albert Post, etwa ab 1900 Wilhelm Gärisch Betreiber des Restaurants, das dann auch schon zum Spreeufer eine Terrassenanlage und Bootsanleger hatte. Bereits um 1910 ermöglichte ein befestigter Steg das Anlegen größerer Personenschiffe, wie der “Lydia” und des Motorbootes “Ernst”, die zwischen Erkner und Hohenbinde verkehrten; sowie 2x wöchentlich sogar ab Berlin.


Zurück zum heutigen Spreeufer in Neu Zittau: Güterschiffe dürfen hier schon lange nicht mehr entlang fahren, Motorboote ebenso und das „Volkshaus“ ist seit vielen Jahren geschlossen. Dennoch landen viele Paddler am Ufer an und freuen sich über Sitzgelegenheiten, Getränke, Limonade, Eis und Kaffee. „Oft wird gefragt, wo man denn hier sei“. Hier leistet Steven Huth Aufklärungsarbeit und freut sich über Gäste an seinem Refugium, einer Oase an der Spree in Neu Zittau.

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